Stellungnahme zu den Artikel und Leserbriefen in den lokalen Tageszeitungen
Anlässlich meiner Äußerungen auf dem Sommerfest der CDU-Fraktion Rösrath gab es verschiedene Artikel in den Lokalzeitungen Kölner Stadt-Anzeiger und Bergische Landeszeitung und daraus resultierende Leserbriefe, die mich persönlich stark angreifen. Hierzu nehme ich wie folgt Stellung.
Aus meinen Äußerungen zu entnehmen, ich wäre gegen die Wiedervereinigung, ist absurd! In den 70-er Jahren habe ich gefordert, bei öffentlichen Anlässen die Nationalhymne zu singen. Damals wurde ich als "Ewiggestriger" beschimpft. 1982 habe ich in Moskau bei der Verteilung von Bibeln mitgewirkt. Am 9. November 1989 wurde die Mauer geöffnet und am 10. November war ich in Berlin am Potsdamer Platz. Am Flughafen traf ich zufällig den heutigen CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, der mich mit den Worten begrüßte: "Jetzt hast Du ja Dein Ziel erreicht, den Rest machen wir". Silvester 1989/90 habe ich mit einer Deutschland-Fahne Silvester am Brandenburger Tor gefeiert.
Ich hoffe, dass sich meine Kritiker von 1965 bis 1990 ebenso für die Wiedervereinigung eingesetzt haben wie ich.
Richtig, ich habe nicht in der DDR gelebt! Aber mein Vater stammte aus Thüringen und in den 60-er Jahren haben wir einmal jährlich (öfter durfte man nicht!) die Verwandten in der DDR besucht. Am Bahnhof Friedrichstraße bin ich mal den ganzen Tag festgehalten worden, weil ich die "falschen" Publikationen dabei hatte. Das sollten die Leserbriefschreiber wissen, bevor sie eine Äußerung zur Wiedervereinigung, die ich nie gemacht habe, attackieren.
Zu meinen Aussagen:
1. Besetzung von Spitzenämtern: In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland war es immer wichtig, dass eine Ausgewogenheit hergestellt wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg war das der Ausgleich zwischen katholisch und evangelisch, bis heute hin zur Umsetzung der Ausgewogenheit bei der Besetzung von Ämtern zwischen Mann und Frau. Diese Ausgewogenheit halte ich bei der Besetzung von Spitzenämtern für wichtig. Damit ist Deutschland gut gefahren. Übrigens: Ich habe zu keiner Zeit auch nur ein negatives Wort über die Person Gauck gesagt. Darauf lege ich größten Wert!
2. "Wir finanzieren den Laden": Hätte man sicher (pseudo-)intellektueller formulieren können. 1990 hat man uns versprochen, der Solidarzuschlag sollte höchstens ca. zehn Jahre gezahlt werden. Wir bezahlen ihn heute noch. Ist das in Ordnung?
Unsere Kommunen leisten auch heute noch einen finanziellen Ausgleich an die neuen Bundesländer. Fakt ist, dass wir uns kommunal viele Dinge nicht mehr erlauben können (z. B. Schwimmbäder, Jugendeinrichtungen). Wir brauchen eine andere Regelung. Das hat auch 2009 im Landtag die damalige Oppositionsführerin, Frau Kraft von der SPD, gefordert. Logischerweise ist die dann auch "populistisch, dümmlich und falsch"!
Zum Abschluss eine persönliche Bemerkung: alle wollen unabhängige Politiker, die ihre Meinung offen sagen, aber wehe, man hält sich daran!
Ich werde auch weiterhin meine Meinung offen sagen und toleriere auch andere Meinungen.
Holger Müller MdL
Rösrath
06.07.2010, 15:42 Uhr |